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Konsumkritischer Stadtrundgang

Konsumkritischer Stadtrundgang mit dem Verein Vamos e.V.

Im Mai hat eine Gruppe von Studierenden an einem durch die Schulsozialarbeit und den BNE-Kurs organisierten konsumkritischen Stadtrundgang mit dem Verein Vamos e.V. teilgenommen. Mit spielerischen Methoden hat Herr Friedrich von Vamos e.V. an verschiedenen Stationen in der Stadt interaktiv die weltweite Verflechtung globaler Produktionsketten und die damit verbundenen Folgen für die Umwelt, das Klima und den Menschen sichtbar gemacht. Darüber hinaus stellte er nachhaltige Entwicklungen und Ansätze in Münster vor und die Gruppe besuchte nachhaltig agierende Einzelhändler*innen.

An jeder Station wurde jeweils ein Aspekt der wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Globalisierung thematisiert. Los ging’s am Domplatz, wo die Gruppe sich durch die Verteilung von Playmobilfiguren auf der Weltkarte spielerisch der Verteilung der Weltbevölkerung und dem Wirtschaftswachstum genähert hat. Dabei ging es auch um den Postwachstumsansatz. Postwachstum ist eine ökonomische Denkschule, die sich vom Gedanken unendlichen Wachstums verabschiedet und die an dessen Stelle ein Gesundschrumpfen stellt. Der Gedanke dabei ist, dass die Menschen ihren Konsum verringern und dementsprechend auch weniger produzieren müssen. Nachhaltiges Wirtschaften, um unsere ökologischen Lebensgrundlagen nicht zu zerstören und friedvoller und gerechter miteinander zu leben, rückt damit in den Fokus.

Vom Dom aus machte sich die Gruppe weiter auf den Weg in Richtung Bült. Dort lernten sie die Methode des „Social Walks“ kennen. Dabei haben die Teilnehmenden sich in unterschiedliche Rollen hineinversetzt – vom Hartz-IV-Empfänger bis zum Mienenarbeiter in Thailand. Als Gruppe in den unterschiedlichen Rollen sind wir von einem gemeinsamen Startpunkt zu Impulsfragen vorwärts gegangen und unterschiedlich weit gekommen. Diese Methode hat deutlich gemacht, wie weit man im Leben mit unterschiedlichen Grundvoraussetzungen kommen kann und wie unterschiedlich die jeweiligen Arbeitsbedingungen in den verschiedenen Ländern sind. Des Weiteren ging es bei dieser Station um nachhaltige Produktion. Herr Friedrich machte dabei unter anderem auf LapStore aufmerksam. Das Unternehmen verkauft gebrauchte Laptops, Kund*innen können ihre Geräte dort zur Reparatur hinbringen, anstatt sich direkt ein neues Gerät anzuschaffen.

Station Nummer drei war das Bekleidungsgeschäft „Grüne Wiese“. Dieses führt ausschließlich biologisch und/oder nachhaltig hergestellte Kleidung in ihrem Angebot. Ziel dieser Station war die kritische Auseinandersetzung sowohl mit dem eigenem Konsumverhalten als auch den (unerwünschten) Nebenwirkungen der Textilindustrie, die unsere Konsumprodukte in anderen Teilen der Welt hervorrufen. Dabei ging es vor allem um menschenunwürdige Arbeitsbedingungen und durch die Textilindustrie hervorgerufene Umweltprobleme.

Von der „Grünen Wiese“ ging es weiter zum Rosenplatz, der vierten Station des Rundgangs. Hier setzte sich die Gruppe einerseits mit dem Thema Plastikmüll auseinander und lernte gleichzeitig drei Beispiele für Nachhaltigkeit in unserer Stadt kennen. Am Rosenplatz befinden sich die Finne Brauerei, die regional und zum Teil auch mit biologisch angebauten Zutaten braut, der Unverpacktladen, in dem man ohne Verpackungsmüll gut einkaufen kann, und eine Give Box, in die man gebrauchte Bücher für jedermann stellen kann.

Bei der Frage, wie sich Plastikmüll vermeiden lässt, haben die Teilnehmenden mit einer Art Memory die jeweilige Alternative zum Plastikmüll als „Pärchen“ herausgefunden. Als Gegenstück zur Plastiktüte fand die Gruppe zum Beispiel den Jutebeutel, als Alternative zum Einwegbecher den „Mehrweg-to-go“-Becher und festes Shampoo als Ersatz zu Shampoo in Plastikflaschen, etc.

Die nächste Station führte zum Weltladen la tienda. Dort werden ausschließlich fair produzierte Waren verkauft. Es ging um die Sensibilisierung für die ungerechten Welthandelsstrukturen, unter denen Produzent*innen von zum Beispiel Kaffee, Kakao oder Zucker schon seit Kolonialzeiten leiden. Ziel des fairen Handels ist es, die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Produzenten*innen zu verbessern. Des Weiteren wurden die einzelnen Label wie „fair trade“ und „GEPA“ vorgestellt und beleuchtet.

Zum Abschluss des Rundgangs ging es zurück zum Domplatz. Hier stand das Thema Ernährung vor dem Hintergrund von Klimawandel und Nachhaltigkeit im Fokus. Gerade mit Blick auf den Fleischkonsum wurde hier die CO2-Belastung durch die Massentierhaltung herausgestellt.

Beim abschließenden Blitzlicht ist deutlich geworden, dass nicht für jeden alles gleich neu war, man nach einem solchen Rundgang aber mit einem anderen Bewusstsein für die globalen Effekte unseres lokalen Konsums durch die Welt geht. Und dass man positive Beispiele und Alternativen sowie eigene Einflussmöglichkeiten zum nachhaltigen Konsum bekommen und einen ereignisreichen und schönen Nachmittag zusammen verbracht hat.

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