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Fairtrade-School

Overberg-Kolleg in Münster ist Fairtrade-School

Auszeichnung für nachhaltiges Handeln am Weiterbildungskolleg des Bistums

Münster (pbm/acl). Faire Schokolade, faire Kleidung, fairer Kaffee – aber eine faire Schule? Das Overberg-Kolleg in Münster hat alle Kriterien erfüllt und darf sich seit dem 15. November „Fairtrade-School“ nennen. Zurecht ist Ansgar Heskamp, Schulleiter des Weiterbildungskolleg in Trägerschaft des Bistums Münster, stolz auf das Engagement der Schulgemeinde, doch viel wichtiger ist ihm der Gedanke hinter der Kampagne des Vereins Fairtrade Deutschland: „Die Auszeichnung bescheinigt uns, dass uns der Einsatz für gerechten Handel am Herzen liegt“, betonte er bei einer Feierstunde in der Aula des Overberg-Kollegs. „Unsere Schule ist ein Ort, an dem wir üben, wie wir auch etwas verändern können in dieser Welt. Um die Welt ein Stück besser zu machen, brauchen wir ein weites Herz, einen offenen Geist und einen guten Plan.“

Das Overberg-Kolleg ist die achte „Fairtrade-School“ in Münster, wo es mehr als 100 Schulen gibt. Insgesamt haben bereits 854 Schulen die Auszeichnung verliehen bekommen. „Wenn man sich für den Fairen Handel einsetzt, investiert man viel Herz und Zeit, weit über den normalen Unterricht hinaus“, würdigte Carsten Elkmann vom Verein Fairtrade Deutschland den Einsatz von Studierenden und Lehrenden am Overberg-Kolleg und ermutigte, nicht aufzuhören: „Wir brauchen Menschen wie Sie und Euch, die ins Handeln kommen und andere über Fairen Handel informieren“, erklärte Elkmann bei der Übergabe der Urkunde und der Plakette.

Für die Auszeichnung musste das Overberg-Kolleg verschiedene Kriterien erfüllen: Vor drei Jahren gründete sich ein Schulteam, das Treffen und Aktionen plante. Inzwischen werden am Schulkiosk fair gehandelte Produkte verkauft, im Unterricht ist das Thema Fairer Handel fest verankert und in einem Zwei-Jahres-Plan wurden Ziele vereinbart, um das Bewusstsein für die Probleme des weltweiten Handels und unsere Konsumgewohnheiten weiter zu schärfen. Studierende und Lehrende stellten bei der Auszeichnungsfeier zudem Aktionen und Projekte vor, mit denen die 17 Weltnachhaltigkeitsziele, denen sich die Bistumsschule verschrieben hat, umgesetzt werden. Einblicke gab es in die Partnerschaften nach Tunesien und Togo, in die AG „Gute gesunde Schule“ und „Schule ohne Rassismus“ sowie in den Verkauf von fairen Rosen am Weltfrauentag und fairen Orangen im Advent.

Karin Badde-Struß, Koordinatorin für die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) am Overberg-Kolleg, erklärte, dass es dem Schulteam beim Fairen Handel um den Menschen geht. „Wir möchten unseren Blick auf diejenigen richten, die die Produkte herstellen und anbauen, möchten erfahren, unter welchen Bedingungen dies geschieht und ob die Men-schenrechte eingehalten werden“, so Karin Badde-Struß, die das Team lange zusammen mit ihrem Kollege Cornelius Dworzynski leitete.

Diese Haltung würdigte Dana Pyziak als Vertreterin des Bistums Münster in ihrem Gruß-wort. „Sie werfen am Overberg-Kolleg nicht nur Fragen auf, sondern stellen mit Ihrer Auszeichnung als ‚Fairtrade-School‘ und als ‚Schule der Zukunft‘ unter Beweis, dass Sie tragfähige und überzeugende Antworten entwickelt haben.“ Durch die Schulgemeinschaft gewinne die katholische Schule ihre spezifische Prägung. „Die wertegebundene Basis Ihrer Gemein-schaft lässt hier im Alltag die Botschaft Ihres ethischen Handelns lebendig werden“, dankte Dana Pyziak allen Verantwortlichen. Bürgermeisterin Angela Stähler wies dem Overberg-Kolleg eine Vorbildfunktion zu: „Ihre Bewerbung als ‚Fairtrade-School‘ ist Ausdruck einer solidarischen Weltanschauung.“ Indem sich die Studierenden aktiv für eine bessere Welt einsetzen, internationale Kontakte pflegen und diese mit Aktionen an der Schule verbinden, übernähmen sie eine besondere Verantwortung. „Eine äußerst gelungene Symbiose“, fasste sie den Einsatz zusammen.

Carsten Elkmann von Fairtrade Deutschland überreichte Karin Badde-Struß, Koordinatorin für die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) am Overberg-Kolleg, die Urkunde und Plakette. © Bistum Münster

 

Den Anstoß für eine weitere Aktion gab Dr. Jean-Gottfried Mutombo, der über die globalen Folgen der Handynutzung informierte. Der Regionalpfarrer im Amt für Weltmission, Öku-mene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe) der Evangelischen Kirche von Westfalen ist im Kongo geboren – dem Land, aus dem ein großer Teil der seltenen Rohstoffe stammt, die für die Produktion von Handys und Elektromotoren notwendig sind. Der Abbau dieser Rohstoffe wie Kobalt und Tantal erfolge oft durch Kinderarbeit, er bringe Menschenrechts-verletzungen sowie Umweltzerstörungen mit sich, verdeutlichte Mutombo. „Umso wichtiger ist es, dass die Handys lange genutzt werden und anschließend nicht in der Schulbade verschwinden, sondern recycelt werden“, lud er die Studierenden und Lehrenden zur Handy-Sammelaktion ein, die in den kommenden Monaten am Overberg-Kolleg läuft. Alte, ausrangierte Mobiltelefone werden in einer Box gesammelt, der Erlös der Recycling-Aktion kommt Menschenrechtsprojekten zugute.

 

Text und Fotos: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann
© Bistum Münster

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